Meine Hunde

Paul war nicht mein erster Hund, aber der erste der mich sosehr forderte, dass ich vor der Wahl stand, unser Leben komplett an diesem Hund auszurichten, oder etwas zu ändern.

Paul kam als Welpe aus dem Tierheim zu uns. Mutter: gefunden in einem Papierkorb an der polnischen Grenze, Vater: unbekannt.

Paul ist  in Berlin-Neukölln aufgewachsen. Erst als wir 1996 nach Bernau in den Barnim zogen mutierte er zum waschechten "Landei". Seine Jagdleidenschaft war bis in hohe Alter ungebremst, sein Spass daran, sich mit größeren (die kleinen hat er immer übersehen) Rüden zu messen ebenfalls. Seinen Fortpflanzungstrieb mussten wir 1997 dämpfen. Er hätte Brandenburg mit "Pauls" überzogen. Seine Bereitschaft zu teilen ging gegen Null, aber alle Lebewesen, die er, aus welchen Gründen auch immer, in sein Herz geschlossen hatte, wurden mit einer gefühlten Schulterhöhe von mindenstens 80 cm verteidigt. Er war kein "führiger" Hund. Er war superschlau, witzig und in höchstem Maße anpassungsfähig.  Er hat seinen Hundecharakter nie verleugnet.

Paul hat mir in meiner Ausbildungszeit  Dinge über Hunde beigebracht, die ich mit einem "normalen" Hund nie gelernt hätte.

Im November 2008 mussten wir ihn nach über 13 Jahren schweren Herzens gehen lassen. 

Pia

Pia kam durch einen zufälligen Blick zu uns. Einen Blick den ich beim Gehen aus dem Tierheim in den Quarantänezwinger warf. Pia war ausgesetzt worden in der Weihnachtszeit 1996. Die Schäferhündin wurde vom Tierheimarzt auf ca. 10 - 11 Jahre geschätzt. Es war Liebe auf den ersten Blick.  Eine besondere Vorliebe hatte sie für ältere, weisshaarige Herren. Immer wenn sie einem begegnete, auch unbekannte Männer, ging sie ihm freudestrahlend und sehr aufmerksam entgegen. Sowie derjenige sie ansprach war sie immer noch freundlich aber die offensichtliche Freude war dahin. Wir haben es immer so interpretiert, dass sie bei einem älteren Herrn gelebt hat und diesen immer noch suchte. Ihr Geheimnis hat sie uns nie verraten. Pia lebte noch 2 Jahre mit uns, ihre liebevolle Art mit jedem Lebewesen machte sie einzigartig.

Carlchen

Carlchen und Leo 2001
Carlchen und Leo 2001

Zur Jahrtausendwende hat mir mein Mann meinen "Hundetraum", den ich seit über zwanzig Jahren träumte, erfüllt. Einen Irish Wolfhound. Seit ich 1977 meinen ersten IW kennengelernt hatte, wusste ich: irgendwann habe ich einen.

im Februar 2001 zog Carlchen bei uns ein. Er verkörperte alles, was man den großen Iren nachsagt: er war völlig problemlos im Umgang mit Mensch und Tier, die Katzen benutzten ihn im Winter als große Wärmflasche. Er war ein Riesenclown mit einem Faible für kleine Hunde. Er stand immer "über den Dingen" im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn er die Gelegenheit hatte, klaute er wie ein Rabe, am liebsten Honigbrötchen. Er konnte zwei Stück im Maul haben, ohne das man es sah. Er konnte stur sein wie ein Esel aber immer bereit, das zu tun was ich von ihm wollte. Leider haben wir ihn viel zu früh gehen lassen müssen. Im Sommer 2007 wurde er krank und starb im Oktober. Die Zeit mit ihm bleibt immer im Gedächtsnis.

Polly

Polly
Polly

Polly ist eigentlich nicht mein Hund, aber sie wohnt seit Anfang 2009 immer wieder mal bei uns und seit dem Sommer sieht es so aus als bliebe sie. Und eigentlich gehört sie auch schon seitdem zu uns. Polly ist warscheinlich ein Pinscher-Mix. Im Impfpass steht ca. 1998 geboren. Polly ist ein Tierheimhund den mir eine Freundin - mehr oder weniger - in Pflege gegeben hat. Pollys Frauchen konnte sich nicht mehr so um sie kümmern - wegen Krankheit - und eigentlich war sie immer nur da wenn sich ihr Frauchen im Krankenhaus befand - im August hat dann Pollys Halterin beschlossen, dass die Kleine bei mir gut aufgehoben ist. Mein Mann und ich waren darüber nicht böse, weil Emil hätte sowieso einen Kumpel bekommen und der wäre eh aus dem Tierschutz gewesen, also ein Tierheimhund und weil die Maus den Emil mit ausgesucht hat (wir hatten sie mit beim Züchter, und Emil hat als allererstes mal Polly angeschaut) haben wir sie adoptiert. Polly ist ein Superhund! Sie versteht sich mit allen Lebewesen, ob Menschen - wobei Menschen mit Leckerchen Vorrang haben - Hunden, Katzen, Vögeln und allem was sie noch nicht kennt - die Wölfe im Wildpark fand sie einfach nur klasse -

sie hilft mir bei der Welpenstunde als souveräne Oma und hat sogar den klassischen Beagle "Betty" zum verstummen gebracht. Sie ist nicht hübsch im Sinne von niedlich, ihr unverwechselbarer Unterbiss gibt ihr eine etwas grimmige Note, aber ihr Wesen ist einfach nur lieb. Die Kater lieben sie abgöttisch, siehe Foto, und Emil ist ihr hörig, mein Mann auch. Sie mag alles - außer Regen - ich habe ihr einen Mantel gekauft, den findet sie schick, weil darunter bleibt Polly trocken - sie kann - weil ein kleiner Hund - durch die Katzenklappe nach draußen - und sie kann durch unseren Zaun, das wird immer genutzt, wenn ich auf dem Hundeplatz bin und sie nicht dabei haben möchte aber sie der Meinung ist, sie muss dabeisein. Seit kurzem bewacht sie unser Haus wie eine Große - alle Leute die kommen müssen sich ausweisen - mit Leckerchen versteht sich.

Kuscheln mit Jake
Kuscheln mit Jake

Dahmraks Earl Grey - kurz Emil geb. 01.02.2009

Emil mit 10 Wo.
Emil mit 10 Wo.

Ostern dieses Jahres ist Emil bei uns eingezogen. Seitdem ist wieder Leben in der Bude, dazu kommt noch Polly, die zur Zeit bei uns wohnt. Polly ist schon etwas betagt, hat aber den Zwerg voll im Griff.

Bilder von Polly und Emil finden sich immer wieder aktuell auf der Hundeschulenseite.

Neues über Emil und seine Freunde gibt es hier.

Erste Schäden

Emil mit 5 Monaten
Emil mit 5 Monaten

Emil entwickelt sich prima, auch sein Zerstörtrieb hielt sich bis vor kurzem in Grenzen. Am 01.09. ist er sieben Monate alt gewesen und seitdem "arbeitet" er sich hoch, Schulterhöhe: 82 cm, d.h. unsere Aktionshöhe hat sich auf etwa 1,20 m verlagert. Alles was darunter gefunden wird, muss dringend untersucht werden. Untersucht heisst aber auch ordentlich eingespeichelt und das tut Büchereibüchern und Terminplanern nicht wirklich gut.  Meine Laufschuhe sind sein Opfer geworden. Ich habe mich sofort an den guten Rat der Hundetrainer J.Ross und B. McKinney erinnert:  "Benutzen Sie die Zeitungsrolle wenn der Hund etwas anknabbert oder gerade anderen Blödsinn macht. Benutzen Sie sie nur wenn Sie nicht zum richtigen Moment eingreifen konnten weil Sie nicht aufgepasst haben. Nehmen Sie die Zeitung und schlagen Sie sich selbst auf den Kopf und wiederholen den Satz: ich habe vergessen auf meinen Hund aufzupassen.

Wenn Sie diese Technik immer wieder anwenden, werden sie nach einigen Korrekturen soweit konditioniert sein, dass Sie Ihren Hund im Auge behalten. Wenn Ihr Hund über Sie lacht, loben sie ihn"

PS: sollte ich in der nächsten Woche Termine nicht wahrnehmen, bitte ich schon jetzt um Entschuldigung.

b.c.

von dreibeinigen Hunden und kopflosen Kamelen

Als Emil bei uns einzog, hat mein Mann ihm "Carla" geschenkt. Ein Plüschkamel, dass heiss und innig geliebt wurde. Ohne ging es nicht. Weder schlafen noch fressen oder Hundeplatz.

Heute haben wir "Carla" verloren, Emil hat sein etwa 10 Tagen einen schlimmen Fuss, er hat sich beim Toben einen Nagel abgerissen und vielleicht auch einen Zeh angebrochen, auf jeden Fall haben wir seit 8 Tagen Leinenzwang, bzw. Hausarrest. Sehr schwer zu vereinbaren mit einem Junghund der vor lauter Kraft nicht weiss wohin. Seit heute ist der Fuss nun auch noch bandagiert, was die Bewegungsfreiheit noch mehr einschränkt, Carla musste drunter leiden. Wir werden sie nicht vergessen, sie hat uns während der Welpenphase oft die Nachtruhe geretten.

grosse Liebe Carla
grosse Liebe Carla
so sieht sie von innen aus
so sieht sie von innen aus

und der Leidensweg (meiner) geht weiter

Alle doof ausser ich
Alle doof ausser ich

Tja das mit dem Fuss dauert noch und wie soll sich ein Kraftpaket auf drei Beinen beschäftigen ? Immer nun schlafen und kuscheln ist irgendwann zuwenig. ( sagt die Hundetrainerin immer)

Aber wir sind auf dem Weg der Besserung, am vergangenen Freitag durfte Emil schon wieder mal mit seiner besten Freundin Alma spazierengehen, na ja "spazierentoben" trifft es eher. Hinterher war er nach langer Zeit mal wieder zufrieden auch wenn der Fuss noch wieder wehtat.

Es muss jetzt auch besser werden, weil ich sonst niemanden mehr ins Haus lassen kann. Es sieht aus, als hätte ich die Motten in Teppichen, Matten u.ä.

Polly nutzt Emils Ruhephasen - er ist so schön kuschelig und warm - wenn er denn stillhält.

schöne große Wärmflasche
schöne große Wärmflasche

Gott sei dank gesund

Seit dem letzten Donnerstag ist Emil sozusagen "gesundgeschrieben" am Samstag war er das erste Mal mit zur Hundefreizeit der Hundeschule, war super weil alle Kumpels aus der Welpengruppe waren auch da, anschliessend hatte ich den allerbravsten Hund der Welt - zumindest bis Sonntag früh - Sonntag nachmittag hat er dann für uns Anmachholz bis ins Jahr 2012 produziert. (braucht jemand Holzspäne? - oder Schaumstoffflocken?)

oh schöne Babyzeit wo bist du hin
oh schöne Babyzeit wo bist du hin

Ein Kerl ein ganzer Kerl

Seit einer Woche ist es soweit, Emil hebt beim Pinkeln das Bein. ( Auch wenn mein Mann sagt, ich bilde es mir ein, es stimmt) Auch das übrige Verhalten ändert sich auf einmal: "Es gibt noch mehr Dinge im Leben ausser Schlafen und Essen - es gibt Mädchen - Hundemädchen genauer gesagt, und die sind sowas von toll, da möchte "kerl" den ganzen Tag hinterherschnuppern, nur komisch, das Frauchen da nicht mitspielt, na ja sie kann halt nicht wirklich gut riechen"

Komischerweise hat Emil mit Einsetzen des "Männerseins" eine andere Fähigkeit anscheinend völlig verloren - den Gehörsinn - kein gesprochenes Wort wird mehr vernommen, wenn irgendwo Mädels auftauchen. Willkommen in der Pubertät. Jetzt heisst es cool bleiben und hoffen, dass es schnell vorbeigeht. Die Größe der "Angebeteten" ist meinem Hund völlig schnuppe.

Grobian !
Grobian !
hach ist die toll
hach ist die toll

2010 - ein neues Jahrzehnt

warm toben
warm toben

Den Jahreswechsel haben wir mit einiger Spannung erwartet - wie erleben Emil und Polly wohl den menschlichen Brauch, das neue Jahr mit viel Getöse einzuleiten? Wir haben Freunde mit Hund eingeladen und einen sehr entspannten Abend verbracht. Um Mitternacht als es dann doch ziemlich laut wurde, ist Emil aufgewacht und hat seine - mittlerweile - sehr beeindruckende Stimme ausprobiert - immer mit dem Blick zur Zimmerdecke, denn da kam wohl aus seiner Sicht die Knallerei her. Weil aber die Menschen anscheinend nichts Beunruhigendes daran fanden war es schnell wieder vorbei mit seiner Unsicherheit. Gut so, sonst hätten wir alle wohl einen bleibenden Gehörschaden erlitten. ( vom Bellen - nicht von den Böllern) Viel ausgemacht hat auch, dass seine Freundin Alma das Ganze  sehr gelassen hinnahm.

Im neuen Jahr stand als erstes für Emil ein Tierarzttermin auf dem Zettel - seit einiger Zeit schon hat er Probleme mit einem Hinterlauf und zur Sicherheit habe ich es röntgen lassen. Keine schöne Diagnose: OCD im Sprunggelenk. (Osteochondrosis dissecans)  d.h. es befinden sich kleine Absplitterungen vom Knochen im Gelenk und verursachen dort natürlich Schmerzen und, wenn man sie nicht entfernt, eine chronische Athrose. Für uns bedeutet es eine OP und danach 6 - 8 Wochen Rekonvaleszenz also Leinenzwang. Ich werde mir einen Vorrat an Johanniskraut zulegen (für mich) um diese Zeit zu überstehen.

Noch aber ist Emil nicht "ruhiggestellt" und das ist auch gut so. Zum Jahreswechsel ist Polly läufig geworden und das findet unser pubertierender Teenie natürlich wahnsinnig aufregend. Die Hundetrainerin auch. Ich werd' noch wahnsinnig. Im Haus geht es nur noch mit Babygitter da Polly sonst nicht einen ruhigen Moment hätte. (ich auch nicht!) Spazierengehen mit beiden ist unmöglich - Polly geht nur auf den Vorderläufen, weil Emil hinten mit der Nase schiebt. Weitere Schilderungen würden auf einer öffentlichen Seite zu weit gehen. Gott sei Dank sind unsere Hunde anatomisch so verschieden, dass es nicht zum äußersten kommen kann (Irischer Zwergwolfhund-Pinscher?!)

Ich habe dadurch den doppelten Auslauf - schön nach der ganzen Feiertagsschlemmerei - das Wetter kommt mir ein wenig entgegen, weil Polly Schnee überhaupt nicht gut findet. Emil jedoch könnte den ganzen Tag draußen verbringen, allerdings muss der Service (ich) mit, denn alle Viertelstunde möchte bitte jemand den Hund von den überall angefrorenen Schneeklumpen befreien. Wieder drinnen legt er sich in seinen Korb zum Auftauen und verlangt ein warmes Handtuch. Auch Tief "Daisy" hat ihn nicht wirklich beeindruckt, nur das Geräusch, das seine gefrorenen Barthaare im Wind machten, fand er zu Anfang ein wenig irritierend. Klang ein bisschen wie die Glöckchen vom Weihnachtsmann.

Demnächst mehr.